Was gibt es Schöneres, als einen wohl geformten weiblichen Körper. Doch was genau ist “wohl geformt”? Was gilt also als schön? Mathematiker haben es berechnet: Das, was die Attraktivität des weiblichen Körpers ausmacht, ist das Taille-Hüft-Verhältnis. Dabei kommt es auf das tatsächliche Körpergewicht gar nicht an. Ausschlaggebend ist lediglich das Verhältnis von Taillenweite zum Hüftumfang. Der feminine Kurvenschwung der Sanduhrfigur ist es also, der einen Großteil der weiblichen Attraktivität ausmacht. Dass dem nicht erst seit heute so ist, beweist ein Kleidungsstück, das schon seit Jahrhunderten für eine schlanke Silhouette sorgt: die Corsage.

Im 16. und 17. Jahrhundert als sogenannte „Schnürbrust“ getragen, formte sie schon damals den Körper ihrer Trägerin nach zeitgemäßem Schönheitsideal. Und auch im 18. Jahrhundert gehörte die „Schnürbrust“ ganz selbstverständlich zur Damenunterwäsche dazu. In Biedermeier und Gründerzeit wurde aus der „Schnürbrust“ das „Korsett“. Auch hatte man erkannt, dass das Korsett seiner Trägerin weit hübscher stand, wenn man auf seine Herstellung eine gewisse künstlerische Sorgfalt verwendete. Die Corsagen wurden fortan aus schönen, bunten Stoffen gearbeitet, bestickt, mit Bändchen und Schleifen versehen – kurz: Aus dem schlichten Wäschestück wurde ein Hingucker. Der weibliche Körper in einer reizvollen Corsage – der optische Genuss war perfekt.
Doch die Schönheit hatte ihren Preis – der Gebrauch des Korsetts war seinerzeit weder bequem noch angenehm. Der Mode entsprechend wurde die Schnürung immer enger. Die Ärzte schlugen endlich Alarm und eine erstarkende Frauenbewegung sorgte in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg schließlich für den Niedergang des Korsetts.

Die heutige Corsage wird nicht mehr als figurgebendes Wäschestück unter der Kleidung versteckt. Die Corsage ist heute ein eigenständiges Kleidungsstück, das um seiner selbst willen getragen wird. Und wenn sie getragen wird, dann wird sie auch gezeigt – selbstsicher, frisch und ganz natürlich.
Erotik, Verführung, Attraktivität und Romantik, das sind die Begriffe, die wir heute mit der Corsage verbinden – und ihre Trägerin ist sich dessen mehr als bewusst, denn der feminine Reiz der „Wespentaille“ ist geblieben. Glücklicherweise ist die Corsage heute kein Symbol der Unterdrückung mehr. Viel mehr ist sie ein Kompliment an die Schönheit. Und genau darum wird sie auch noch immer getragen – im besonderen Rahmen, in besonderen Stunden – für eine besondere Person.

Corsagen sind nicht unbedingt “im Trend”. Aber die Gemeinde der Corsagen-Anhänger, männlich wie weiblich, wächst doch wieder stetig. Dass die Corsage dabei tatsächlich an jeder Frau und jeder Figur verführerisch und sexy aussieht, dafür sorgt nach wie vor das Phänomen des magischen Kurvenschwungs.