Der Einzug fälliger Forderungen wird Inkasso genannt.

Ein Gläubiger kann die fälligen Forderungen selbst eintreiben oder ein Inkassounternehmen damit beauftragen. Die Vergütung dieser Dienstleistung ist an die der Rechtsanwälte angelehnt. Es wird also eine Pauschale erhoben, die sich nach der Hauptforderung richtet.

Das Inkassobüro nimmt dem Gläubiger die Arbeit ab, auf Wunsch von Anfang an, indem es den Schuldner schriftlich, telefonisch oder persönlich mahnt. Es handelt unter Umständen Ratenzahlungen oder Vergleiche aus. Bei Erfolglosigkeit erwirkt das Unternehmen einen gerichtlichen Mahn-/Vollstreckungsbescheid. Liegt ein vollstreckbarer Titel vor, so wird unter Hinzuziehung eines Gerichtsvollziehers die Zwangsvollstreckung vollzogen.

Inkassobüros werden zum Teil auch detektivisch tätig, indem sie den Schuldner oder seine Wertgegenstände aufspüren.
Bei noch nicht lange zurückliegenden Forderungen liegt ihre Erfolgsquote bei durchschnittlich 50%.
Wenn ein Gläubiger also keine Zeit hat, sich um das Eintreiben seiner offenen Forderungen zu kümmern, oder er berechtigte Zweifel an der Zahlungswilligkeit seines Schuldners hat, so ist es eine gute Entscheidung diese Tätigkeit an ein Inkassobüro abzugeben. Das erspart ihm jede Menge Zeit und Nerven und der Erfolg ist mit Sicherheit wahrscheinlicher, da diese Büros über die nötige Erfahrung im Umgang mit Schuldnern verfügen und auch ein paar Tricks auf Lager haben. Sie kennen sich mit den Bestimmungen und Verfahren aus, die er sich sonst erst mühsam selbst aneignen müsste. Wahrscheinlich würde er noch ein paar formale Fehler machen, denn Deutschland ist ja für seine undurchschaubare Bürokratie bekannt. Da kann er doch die eingesparte Zeit zu wesentlich lukrativeren Zwecken nutzen und sich um sein eigentliches Geschäft kümmern.