Ein Motorrad zu fahren, ist mehr als sich fortzubewegen. Begeisterung, Leidenschaft und Faszination liegen näher beieinander als bei anderen Kraftfahrzeugen. Aber gerade das erhöhte Risiko darf nicht unterschätzt werden. Als Kraftfahrer brauchen auch Motorradfahrer Pflichtversicherungen, bevor sie sich mit dem Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen dürfen. Der Gesetzgeber schreibt mindestens eine Haftpflichtversicherung vor. Aber es gibt sinnvolle Zusatzversicherungen, die man ebenfalls freiwillig abschließen kann und sollte.

Die klassische und vorgeschriebene Haftpflicht deckt alle fremden Schadenersatzansprüche, die als Unfallfolge entstehen können. Also Sach- und Personenschäden aller Unfallbeteiligten, wenn die Unfallschuld beim Versicherungsnehmer liegt. So ist auch der Sozius gegen folgenschwere Fahrfehler geschützt. Oder einfache Sachschäden gedeckt, wenn beispielsweise das Fahrzeug umfällt und dabei andere schädigt. Beim Abschluss sollte man besonders auf eine ausreichende Deckungssumme achten. Personenschäden können bei drohender Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder Invalidität schnell ins Uferlose steigen, deswegen sind heutzutage Deckungssummen in dreistelliger Millionenhöhe üblich. Sollte ein Versicherer Ihnen sogar unbegrenzte Deckung anbieten, zögern Sie nicht lange. Dabei immer die Prämienhöhe im Auge behalten. Da ein Kraftrad als hohes Versicherungsrisiko gilt, sind die Verträge nicht eben billig. Wer zusätzlich ein Auto hat, kann bei Anmeldung als Zweitfahrzeug bei manchen Versicherern bis zu 50% Prämie sparen. Langjährige Schadenfreiheit zahlt sich ebenfalls schnell in barer Münze aus.

Die Teil- und Vollkaskoversicherungen sind im Umfang auf Schäden begrenzt, die am eigenen Fahrzeug entstehen. Diebstahl, Wildunfälle, Sturmwetter, Brand, Überschwemmung und Glasbruch sind klassische Teilkaskoschäden, Unfallschäden und Vandalismus typische Fälle für die Vollkasko. Dabei sind sogar selbstverschuldete Unfälle des Versicherungsnehmers gedeckt, wenn nicht grob fahrlässig oder gar vorsätzlich gehandelt wurde. Wie immer sollte eine Versicherung nur das Risiko decken, das man selbst nicht tragen kann oder möchte. Ist der Kunde bereit, einen Teil des Schadens selbst zu übernehmen, so wird durch Vereinbarung einer Selbstbeteiligung der selbe Versicherungsschutz zu niedrigeren Prämien gewährt.

Wer viel mit dem Motorrad fernab der Heimat auf Tour ist und gerne auch mal fremde Landesgrenzen passiert, ist mit zusätzlichen Schutzbriefen gut beraten. Sie bieten Vorsorge für spezielle Risiken, z.B. Ersatzfahrzeuge im Schadensfall, Rücktransport im Krankheitsfall, Abschleppkosten und sogar Anpassung der Entschädigung nach deutschem Standard, wenn etwa die Höchstsumme eines ausländischen Unfallgegners unzureichend ist. Auch trägt diese Zusatzversicherung den oftmals aufwändigen Federkrieg mit der Gegenseite aus, ein unschätzbarer Vorteil, ist man der Landessprache nicht mächtig.