Früher oder später ereilt es jeden Computernutzer: die Windows-Installation verweigert plötzlich den Start, bricht mit kryptischen Fehlermeldungen und dem berüchtigten “Blue Screen” ab. Nichts geht mehr, kein Zugriff auf Daten oder Programme, der Bildschirm bleibt dunkel und die Arbeit von Tagen, Monaten oder gar Jahren scheint von einer auf die andere Sekunde dahin zu sein. Ob Virus, Hardwareschaden oder Unachtsamkeit, die wichtigste Frage lautet: was tun? Das kann einem schon so manche Schweißperle auf die Stirn treiben, und spätestens dann lernt man eben auf die “harte” Tour, wie wichtig regelmäßige Backups sind – oder gewesen wären. Ist die Hardware noch intakt, und sind alle bordeigenen Reparaturversuche fehlgeschlagen, so bleibt im letzten Fall nur noch die Neuinstallation. Ein zeitraubendes Spielchen, das durchaus mehrere Tage beschäftigen kann. In jedem Fall sollte man sich bei dieser Gelegenheit eine neue Festplatte gönnen. Dann kann man die Alte nachträglich als Zweitlaufwerk installieren und hat so wenigstens Zugriff auf alle vor dem Desaster gespeicherten Dokumente. Sämtliche Treiber und Programme müssen jedoch neu installiert werden, daran führt kein Weg vorbei.

Geht es nicht einfacher? Leider lässt sich eine laufende, also “heiße” Windows-Installation nicht einfach von einer Platte auf die nächste ziehen. Im “kalten” Zustand, d.h. wenn Windows sauber herunter gefahren wurde, lässt sich aber sehr wohl ein Spiegelbild auf einer anderen Festplatte erzeugen. Dieses komplette Systemabbild kann man dann im Katastrophenfall wieder einspielen – und voilà, alles ist wieder am alten Platz. Ein solches Systemabbild sollte man möglichst frühzeitig erzeugen, nämlich wenn die grundlegende Einrichtung abgeschlossen ist und alle Programme und Treiber stehen, mit welchen man zu arbeiten gedenkt – also genau die richtige Hausaufgabe für gerade von einer “Datastrophe” gebeutelte Anwender.

Also Spiegelabbild oder Backups? Nein! Sicherheit kommt nur im Doppelpack. Erst mit Spiegelung plus regelmäßigen Backups ist man im grünen Bereich. Das Systemabbild macht den Computer binnen Minuten wieder startfähig, jedoch regelmäßig und ggf. inkrementell gesicherte Arbeitsdateien, also etwa eMails. Office-Dateien und Medienarchive auf einem externen Datenträger erst versetzen den Computer wieder in den Zustand vor dem Desaster. Die dazu nötigen Programme sucht man nach dem Anwendungszweck aus, auch im Pool freier Software findet sich oftmals erstaunlich Nützliches.

Noch ein Tipp zum Schluss: wer seine Datensicherungen möglichst weit vom Arbeitsplatz aufbewahrt, ist auch gegen Brand, Diebstahl und Naturkatastrophen gefeit. Denn bei den heutigen Hardwarepreisen ist in eigentlich jedem denkbaren Fall der Verlust der Hardware leichter zu verschmerzen als ein Untergang der Arbeitsergebnisse.