Haben Sie eine Forderung, die auch nach mehreren Mahnungen nicht beglichen wird, so haben Sie die Möglichkeit das gerichtliche Mahnverfahren zu beantragen.

Ihre Forderung muss eine ausstehende Zahlung in Euro sein und der Aufenthaltsort des Schuldners bekannt sein, da der Mahnbescheid sonst nicht zugestellt werden kann.

Zunächst müssen Sie einen Antrag auf den Erlass eines Mahnbescheids beim zuständigen Gericht stellen. Das ist das zuständige Amtsgericht, an welchem der Gläubiger seinen Gerichtsstand oder Wohnsitz hat.

Der Antrag kann mündlich, auf Papiervordruck, per Diskette, DFÜ-Verbindung oder Internet gestellt werden. Die einzelnen Bundesländer haben jedoch unterschiedliche Regelungen, die am zuständigen Mahngericht erfragt werden können. Für die elektronische Datenübermittlung ist eine bestimmte Software nötig sowie eine Registrierung beim Mahngericht.
Die Papier-Formulare sind im Schreibwarenhandel erhältlich.

Der Antrag ist ordnungsgemäß auszufüllen, eine Erläuterung liegt bei, und zu unterschreiben. Sie können darin auch Verzugszinsen, Bearbeitungs-, Kontoführungsgebühren usw. geltend machen.

Es ist eine Gebühr zu entrichten, mindestens 23 Euro. Wenn Sie den Papiervordruck benutzen, so ist die Gebühr erst mit dem Erlass des Mahnbescheides zu entrichten. Sämtliche Kosten sind vom Schuldner zu begleichen.

Der Mahnbescheid wird dann dem Schuldner zugestellt und dieser kann in innerhalb von zwei Wochen begleichen oder Widerspruch einlegen. Zahlt der Schuldner nicht und ist die zweiwöchige Frist ohne Widerspruch abgelaufen, so kann der Antragsteller den Vollstreckungsbescheid beantragen. Dies muss innerhalb von sechs Monaten nach Zustellung des Mahnbescheids geschehen. Ist der Vollstreckungsbescheid erteilt kann der Gläubiger einen Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen des Schuldners beauftragen oder eine Lohnpfändung vom Vollstreckungsgericht durchführen lassen. Hat der Schuldner Widerspruch eingelegt, so kann das Mahnverfahren als Zivilprozess weitergeführt werden.