Schreien die Wände nach einem neuen Anstrich? Ran an das Renovieren – denn mit einigen Tricks und dem richtigen Werkzeug geht´s flott von der Hand

Der Flur hat es nötig, ohne Frage. Ein Grauschleier überzieht die einst blütenweiße Raufaser, und der letzte Möbeltransport hat auf Wänden und Kanten seine Spuren hinterlassen. Die Farbe haben Sie längst besorgt. Fehlt nur noch der richtige Moment…

Rolle mit Lammfell oder ein Kissen mit Mohair?
Okay – warum nicht jetzt? Mit einigem Kniffen vom Malermeister macht die Sache richtig Spaß: Für schwer erreichbare Partien und Ecken bieten sich Streich-Sets an, die aus mehreren, verschiedenen geformten Werkzeugen zum exakten Aufbringen der Farbe bestehen. Große Flächen lassen sich mit einer Lammfellrolle ohne hässliche Ansätze malern, wenn die Rollrichtung stimmt und Sie die volle Rolle nie am Rand, sondern stets etwas darunter oder daneben ansetzen. Alternative: ein Streichkissen. Es besteht aus Schaumstoff, auf dem eine kurzflorige Mohairschicht verklebt ist. Es ist ideal besonders für unebene Wände, weil der Schaumstoff dafür sorgt, dass das Kissen in dauerndem Kontakt zum Untergrund bleibt. Wichtig: Das Kissen sollte gleichmäßig mit Farbe getränkt sein.

Folie hält es feucht und ein Klebeband sauber
Übrigens: Wenn Sie am nächsten Tag weiterstreichen möchten, wickeln Sie Rolle oder Kissen in Frischhaltefolie luftdicht ein.
Wenn der Flur dann fertig und Sie so richtig in Streichlaune sind – verdient nicht auch der schäbige Holzhocker ein Lifting? Zunächst den Lack mit einem Rührholz mischen. Zum Streichen den Pinsel nur halb eintauchen, damit er nicht zu viel Farbe aufnimmt. Ein Klebeband, über die Dosenöffnung gespannt, ist nützlich, weil man an seiner Kante den Pinsel abstreifen kann und so der Dosenrand sauber bleibt.

1. So rollen Sie richtig
In Längsrichtung geht es los: Bahn neben Bahn aufrollen. Dann – ohne neuen Lack aufzunehmen – das Gestrichene in Querrichtung überrollen. Diesen Rhythmus partienweise wiederholen. Das überlappende Streichen vermeidet Ansätze.
2. Weg mit dem Haar.
Bleibt beim Lackieren mal ein Pinselhaar hängen: Nehmen Sie einfach ein Stück Klebeband: Legen Sie es mit der Klebeseite nach außen zur Schlinge, und nehmen Sie damit das Haar vorsichtig auf. Ist der Lack noch ganz frisch, mit Pinsel oder Rolle und etwas Farbe die Stelle glätten.
3. Gleich geht es weiter
Kurze Unterbrechung? Im Weckglas an einem langen Nagel hängt der Pinsel fleckfrei, bis Sie die Arbeit wieder aufnehmen. Übrigens: Wenn Sie etwas mehr Geld für einen guten Pinsel ausgegeben haben, bewahren Sie ihn am besten auf diese Art gereinigt nach dem Streichen auf.