Muss man einen Gutschein akzeptieren, wenn sich die Naht der Bluse auflöst? Oder drei Reparaturen am kaputten DVD- Player abwarten?

Beim Einkauf ist der Kunde König. Aber danach? Beim Umtausch und bei Reklamationen werden Verbraucher nach Ansicht der Stiftung Warentest sehr oft ausgetrickst.

Nach 14 Tagen gibt es das Geld zurück
Dabei ist die Rechtslage klar: Für Neuware gilt immer eine zweijährige Gewährleistung. Der Händler muss die Ware kostenlos reparieren oder durch neue ersetzen. Für die Reparatur hat er zwei Versuche und maximal 14 Tage Zeit. Dann erhält man den Kaufpreis zurück. Gutscheine kann man ablehnen. Dasselbe gilt für Sonderangebote, Ausnahme der Preis wurde wegen eines Fehlers gesenkt (Beispiel: Kratzer am Sofa), und der Kunde hat das gewusst. Ansonsten müssen auch Schnäppchen „voll gebrauchstauglich“ sein, wie Juristen sagen. Die Ausrede „Billigware geht nun mal schneller kaputt“ muss keiner akzeptieren.
Als Mängel gelten übrigens auch falsche Versprechen („sofort betriebsbereit“), unverständliche Aufbau- oder völlig wirre Bedienungsanleitungen.

Nicht vom Händler abwimmeln lassen
An Hersteller müssen sich Kunden nie verweisen lassen: Der Händler haftete für die Gewährleistung. Sogar, wenn die Originalverpackung nicht mehr vorhanden ist. Und auch ein Kassenbon ist bei Reklamationen nicht nötig, wenn man das Kaufdatum durch Zeugen oder eine Zahlung mit Geldkarte belegt.