Insolvenzantrag
Kann eine Privatperson ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen und ist überschuldet, besteht die Möglichkeit, beim Amtsgericht am Wohnort einen so genannten Verbraucherinsolvenzantrag zu stellen (§ 304 ff Insolvenzordnung).

Verfahrensschritte
Obwohl Forderungen von Gläubigern erst nach 30 Jahren verjähren, kann eine Privatperson durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren schon nach sechs Jahren schuldenfrei sein. Das Verfahren gliedert sich in drei Stufen:
1. außergerichtliche Einigung;
2. Schuldenbereinigungsverfahren mit gerichtlicher Hilfe;
3. vereinfachtes Verfahren mit Restschuldbefreiung.
Welche Stufe für den jeweiligen Schuldner in Frage kommt und wie ein Insolvenzantrag exakt gestellt und formuliert wird, sollten sich Betroffene in einer Schuldnerberatungsstelle erklären lassen (Verbraucherschutzzentrale, Caritas, Diakonisches Werk, Kommune).

Verfahrensweise
Im Insolvenzverfahren legt ein Richter die Höhe der Schuldenrückzahlung fest und setzt einen Treuhänder ein, der das pfändbare Einkommen (Grenzwert 939 Euro) an die Gläubiger verteilt. Dann beginnt eine so genannten „Wohlverhaltensphase“, die sechs Jahre dauert. Macht der Schuldner in dieser Zeit keine weiteren Schulden, kann die Restschuldbefreiung erfolgen, und der Schuldner ist schuldenfrei.