Mit den Sonnenstrahlen kommt auch der Drahtesel wieder aus dem Stall. Jetzt etwas Pflege – und Sie radeln gut in den Sommer

Transportmittel, Fitness-Gerät und Freizeitvergnügen – das Fahrrad ist alles in einem. Besonders in der warmen Jahreszeit. Doch bevor Sie jetzt wieder in die Pedale treten, sollten Sie Ihren Drahtesel mal ordentlich durchchecken. Und falls Sie sogar den Winter überfleißig geradelt sind, ist eine Frühjahrskur besonders notwendig.

Das Gefährt dem Körper anpassen
Für entspannten Fahrspaß genügt es aber nicht, das Rad nur zu putzen und zu wienern. Wichtig ist vor allem die Kontrolle von Beleuchtung, Bremsen und Co. Außerdem sollte das Fahrrad optimal an Ihre Körpergröße angepasst sein.
Auf diese Punkte ist beim Frühjahrscheck oder auch beim Neukauf zu achten: „Der Sattel hat die richtige Höhe, wenn Sie im Sitzen mit der Ferse die tiefste Stelle des Pedals erreichen können. Dabei darf das Knie nicht ganz durchgestreckt sein“. Wichtig für rückenfreundliches Fahren ist der Abstand vom Sattel zum Lenker – optimal sitzen Sie, wenn der Oberkörper um 15 bis 20 Grad nach vorn geneigt ist. Zusätzliche Federung, etwa am Sattel fängt mögliche Stöße auf und entlastet so die Wirbelsäule. Weitere zahlreiche Infos über die Reparatur und Wartung von Fahrrädern sowie Tipps zum Kauf von Fahrradteilen und Zubehör finden Sie im Fahrrad Shop von tomsbikecorner.de.

Lichtanlage
Auch wenn die Tage wieder länger werden: Vorgeschrieben sind ein weißer Frontstrahler, ein rotes Rücklicht und Dynamo oder Akku als Stromquelle. Dazu noch mindestens je Rad zwei gelbe Speichenrückstrahler und vorn und hinten Reflektoren. Falls nichts leuchtet: Kabelverlauf nachsehen sowie Glühlampen überprüfen und eventuell auswechseln.

Klingel
Die Fahrradklingel gehört ebenfalls zu den vorgeschriebenen Ausrüstungsteilen. Wenn sie klemmt: Deckel abschrauben – vielleicht ist Feuchtigkeit eingedrungen und die Klingel von innen rostig. Ein Tropfen Öl kann möglicherweise schon helfen. Geht dagegen gar nichts mehr, Klingel austauschen. Im Fahrradladen finden Sie meist eine ganze Palette. Vorsicht, nicht alle angebotenen Hupen und Tröten entsprechen auch der Straßenverkehrsordnung.

Bremsen
Überprüfen Sie, ob die Bremsklötze noch dick genug sind und beim Bremsen fest sitzen. Sind sie bis zur Markierung abgenutzt, müssen neue her. Bleibt es bei den Gebrauchten, mit feinem Schleifpapier die Bremsfläche kurz überschmirgeln. Das entfernt Schmutzpartikel und schont so die Felgen. Kontrollieren Sie auch die Bremszüge auf Beschädigungen. Im Zweifelsfall auswechseln.

Schrauben, Lager, Naben
Irgendeine Schraube ist immer locker… – ziehen Sie also zunächst alle Schrauben und Muttern am Fahrrad nach. Auch Lager und Naben (Mittelpunkt des Rades) müssen auf zuviel „Spiel“ untersucht werden. Sitzt alles fest, kommt der finale Check: Heben Sie das Rad hoch und stoßen es kräftig auf den Boden. Wenn jetzt noch etwas klappert, heißt es, die Ursache suchen und beheben.

Kette
Säubern Sie Kette, Kettenblätter und Zahnkränze mit viel Wasser. Eine alte Zahnbürste leistet hierbei gute Dienste. Zusätzlich können Sie auch Entfetter benutzen. Danach mit einem Lappen trockenreiben und mit dünnflüssigen Öl schmieren. Ist die Kette zu locker, müssen Sie sie kürzen. Achten Sie zudem darauf, dass die Schaltseile der Gangschaltung in Ordnung sind.

Räder
Mit einer Acht im Reifen fährt es sich schlecht. Überprüfen Sie den Zustand der Felgen und die Speichen. Sitzen alle fest? Außerdem muss der Reifen genug Profil haben, darf nicht spröde sein oder schon kleine Risse aufweisen. Dann heißt es: Reifen erneuern. Sorgen Sie vor Fahrtantritt auch für den richtigen Luftdruck. Das schont Felgen und Reifenprofil. Außerdem fährt es sich leichter.

Putztricks: Sauber fährt besser
Groben Schmutz: Mit einem alten Handfeger den gröbsten Dreck und Staub abwischen. Dann mit Seifenwasser, Schwamm oder einem breiten Pinsel den restlichen Schmutz abwaschen. Achtung: Keinen Hochdruckreiniger benutzen – er kann die Lager besonders in den Rädern zerstören.

Feinschliff: Rahmen und Sattelstütze gut abtrocknen. Sollten Sie dabei Kratzer oder Dellen entdecken: Mit Sandpapier leicht aufrauen und dann mit einem Lackstift betupfen.

Laufräder: Felgen und Speichen lassen sich gut mit einem breiten Pinsel reinigen. Ein Trick, um sie vor Rost zu schützen: farblos überlackieren. Sollten sich schon kleine bräunliche Flecken zeigen, hilft eine Abreibung mit zerknüllter Alufolie und Cola.

Umweltschutz: Backofenreiniger ist zwar zum Fahrradputzen recht beliebt – aber bitte nur in kleinen Mengen verwenden. Großflächig aufgebracht, kann er die Lager zu sehr entfetten und zudem beim Abspülen die Natur schädigen.