Jeder dritte Erwachsene lebt als Single – oft unfreiwillig. Doch häufig nutzen Abzocker die Suche nach der neuen Liebe ganz mies aus

Endlich nicht mehr allein sein. Davon träumen viele Singles, vor allem wenn laue Spätsommerabende zum Kuscheln einladen. Deshalb brummt das Geschäft der über 400 Vermittlungsagenturen.

Wertlose Adresse und falsches Foto
Doch in den meisten Angeboten winkt statt des Traumpartners oft ein teurer Albtraum. Denn nach einer Untersuchung des Berufsverbandes für Partnervermittler in Europa (BvP) arbeiten etwa 90 Prozent der Vermittlungsinstitute unseriös.

Kunden werden z. B. wertlose Adressen oder Videos angedreht. Abgebildete Heiratskandidaten in Zeitungen sind nur Fotomodelle. Außerdem nutzen unseriöse Vermittler oft die teuren 0900-Nummern. Da werden Interessenten bereits beim ersten Gespräch abkassiert.
Sogar inszenierte Treffen mit angeblichem Heiratswilligen gibt es. In Wahrheit trifft man nur auf Schauspieler.
Zuverlässige Firmen erkennen Sie vor allem daran, dass sie immer eine Adresse in Deutschland und einen Ansprechpartner vor Ort haben. Die Erstberatung sollte dabei stets kostenlos sein. Vorsicht dagegen bei Billiganbietern oder einer kostenlosen Vermittlung: Da lauert oft ein Haken. Seriöse Institute verlangen im Schnitt 2500 bis 4000 Euro Honorar. Diese Kosten sollten allerdings aufgeschlüsselt und für den Kunden gut nachvollziehbar sein.

Seriöse Anbieter sind oft organisiert
Den Vertrag mit der Agentur sollte man in Ruhe zu Hause prüfen können. Wird das verweigert, dann besser Finger weg. Seriöse Anbieter sind zudem häufig im Verband für Partnervermittler organisiert.

Das Geschäft mit der Einsamkeit
Klare Rechtslage: Ehestifter können Geld nicht einklagen

• Unzufriedenheit: Wer einen Vertrag geschlossen hat und mit den Leistungen nicht zufrieden ist, kann sich an die nächste Verbraucherzentrale wenden. Dort gibt es Rechtsberatung und eine objektive Beurteilung der Frage, ob sich der Gang vor Gericht lohnt.
• Zahlungspflicht: Grundsätzlich können Partnervermittlungen ihre Honorare nicht einklagen (§656 BGB). Deshalb hat die Agentur nicht mal dann einen Anspruch auf die vereinbarte Restzahlung, wenn diese vertraglich festgehalten ist, der Kunde aber vorher seinen Herzenspartner selbst findet und darum nicht mehr zahlen will.
• Vertragsauflösung: Deshalb sollte man sich auch auf jeden Fall dagegen wehren, wenn Partnervermittler wegen eines bereits abgeschlossenen Vertrages noch Nachzahlungen fordern oder sogar für eine kostenpflichtige Verlängerung kassieren wollen. Auch wenn sich der Kunde dazu in seinem Erstvertrag verpflichtet hat, stehen dem Institut die Verlängerung und ein neues Honorar nicht zu.