Rahmenkredite gewinnen in der deutschen Konsumkreditlandschaft zunehmend an Bedeutung: Als Kompromiss zwischen Raten- und Dispositionskredit vereinbaren sie finanzielle Flexibilität und günstige Konditionen. Die Zahl der Anbieter wächst stetig.

So flexibel wie ein Dispo, so günstig wie ein Ratenkredit. Das ist das Versprechen vieler Banken, die ihre Rahmenkredite anpreisen. Bei Rahmenkrediten handelt es sich um Darlehenskonten mit einem revolvierenden Kreditrahmen. Einmal eingeräumt, können Kreditnehmer jederzeit darüber verfügen. Dies kann je nach Angebot per Überweisung zum Girokonto der Hausbank oder auch per Barverfügung bzw. Kartenzahlung im Handel geschehen.

Deutlich günstiger als der Hausbank-Dispo

Die Rückzahlung erfolgt bei Rahmenkrediten deutlich flexibler als bei klassischen Ratenkrediten. Der Kreditnehmer muss jeden Monat lediglich einen geringen Prozentsatz des in Anspruch genommenen Betrages tilgen. Ohne jede Kündigungsfrist kann jederzeit auch der gesamte Rahmen zurückgeführt werden. Getilgte (Teil-)Beträge stehen sofort nach der Gutschrift auf dem Darlehenskonto wieder zur Verfügung.Die Zinssätze sind deutlich günstiger als beim Dispositionskredit der Hausbank. Zwar existiert noch keine verlässliche Aussage im Hinblick auf die Konditionen des Gesamtmarktes. Stichproben aber zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Dispo-Zinsen gespart werden können. Bei der ING-Diba etwa werden 7,22 Prozent effektiv im Jahr fällig, bei der Volkswagen-Bank 8,49 Prozent und bei der Credit Europe Bank 8,9 Prozent.

Bankkunden, die bereits Erfahrung mit Rahmenkrediten gemacht haben, schätzen das Höchstmaß an Flexibilität, das dieses Finanzierungsmodell bietet. Die Kreditrahmen fangen bei etwa 2.500 Euro an und können, wenn Einkommen und Bonität stimmen, durchaus auch bis zu 25.000 Euro betragen. Sie eignen sich sowohl für die längerfristige Finanzierung von Konsumanschaffungen als auch zur Vermeidung besonders hoher Sollzinsen von Dispositionskrediten und auf Kreditkarten mit Ratenzahlungsfunktion.

Die Zinsen für Rahmenkredite werden monatlich berechnet und dem Darlehenskonto wie eine Verfügung belastet. Ein Manko der Produkte ist nach wie vor, dass die Verzinsung bei praktisch allen Anbietern variabel ist. Dies birgt ein gewisses Risiko für Kreditnehmer, die über ihren Rahmenkredit größere Vorhaben finanzieren und deshalb längere Zeit für die Rückzahlung benötigen.

Konsum-Komplettpaket inklusive Kartenausstattung

Rahmenkredite werden von einigen Banken auch als Shopping-Pakete angepriesen und in Kombination mit einer EC- oder Kreditkarte vergeben. Mit den Karten kann der Verfügungsrahmen dann per Barabhebung oder bargeldloser Zahlung genutzt werden. Rahmenkredite mit einem günstigen Zinssatz sind die deutlich bessere Alternative zu Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion und dem Dispositionskredit bei der Hausbank. Zum einen fallen die Gesamtkosten deutlich niedriger aus, zum anderen ist es deutlich leichter, den Überblick über ein Darlehenskonto zu behalten als über mehrere Kreditkarten mit unterschiedlichen Abrechnungsintervallen. Die Beantragung funktioniert wie bei jedem anderen Online-Kredit auch. Banken räumen die Kreditrahmen in der Regel nur Angestellten im unbefristeten Beschäftigungsverhältnis und mit guter Bonität ein. Für Selbständige konnte sich noch kein Markt entwickeln. Rahmenkredite eignen sich zu verschiedensten Zwecken:

Konsumanschaffungen können damit ebenso finanziert werden wie Umschuldungen. Ein erheblicher Teil der Kreditnehmer nutzt das Darlehenskonto auch als finanzielle Reserve für schlechte Zeiten. Es ist in der Regel unproblematisch, sich einen Verfügungsrahmen im Umfang von zwei oder drei Nettomonatsgehältern einräumen zu lassen. Damit lassen unvorhergesehene Ausgaben decken oder vorübergehende Einnahmeausfälle überbrücken.

Fazit: Rahmenkredite, im Gegensatz zu Ratenkrediten, sind ausgesprochen verbraucherfreundliche Finanzierungsprodukte und werden in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen.