Wer einen Öltank für die Heizung im Keller stehen hat, beobachtet gerade im Winter die Preise für Heizöl mit Argusaugen. Aus gutem Grund, denn in den vergangenen 24 Monaten schwankte der Heizölpreis zwischen 43 Euro und 98 Euro pro hundert Liter. Das Problem mag manchem von den Benzinpreisen her bekannt vorkommen, bei denen die Mineralölgesellschaften immer wieder in den Verdacht geraten, besonders vor Urlaubszeiten oder dem Wochenende die Preise kräftig anzuheben.

Völlig unbegründet ist der Verdacht auch beim Heizöl nicht, denn der Heizölpreis ist ein Tagespreis, der an der Rotterdamer Börse ermittelt wird. Werden vor Beginn der Heizperiode die Tanks aufgefüllt, dann steigt auch der Preis. Doch die Nachfrage ist nicht der einzige Faktor, der sich auf den Heizölpreis auswirkt.

Unabhängig von den Preisfaktoren, die der Markt durch Angebot und Nachfrage auslöst, verstecken sich im Heizölpreis zahlreiche weitere Preistreiber. Dazu gehören Steuern und Abgaben. Ähnlich wie beim Benzin wird auch beim Heizöl eine Energiesteuer fällig, die derzeit zwischen 25 und 130 Euro pro Tonne beträgt. Darüber hinaus schlägt beim Heizölpreis eine Umlage für den Erdölbevorratungsverband in Höhe von etwa 3,70 Euro pro Tonne zu Buche, mit der die Kosten für die strategische Ölreserve der Bundesrepublik gedeckt werden. Am Ende werden auf alle Preisbestandteile 19 Prozent Mehrwertsteuer aufgeschlagen.

Die Schwankungen des Heizölpreises erklären sich also auch über die Bestandteile des Ölpreises. Zusätzlich entstehen Preisschwankungen je nach Ort und Abnahmemenge: Kleinere Abnahmemengen sind teurer, weil die Lieferung mehr Aufwand verursacht. Kosten für den Transport des Heizöls über weite Strecken verteuern den Preis ebenfalls.

Um nicht unnötig viel zu zahlen, lohnt sich ein Preisvergleich allemal. So können nicht nur lokale und zeitliche Preistiefstände für eine günstige Tankfüllung genutzt, sondern auch preiswerte Anbieter ausfindig gemacht werden.