Die Zeiten, in denen für eine Kreditkarte hundert Euro und mehr im Jahr bezahlt werden mussten, sind vorbei. Visa und Co. sind heute Jedermann-Produkte, die bei immer mehr Banken kostenfrei erhältlich sind. Der Verzicht auf Gebühren muss dabei nicht zu einem ausgedünnten Leistungsumfang führen – auch kostenlose Kreditkarten erfüllen mehr als nur einen Zweck.

Die Bundesbürger geben zu viel Geld für Bankprodukte aus. Ein erheblicher Teil davon geht auf das Konto überhöhter Kreditkartengebühren. Finanzexperten legen Verbrauchern deshalb nahe, sich eine kostenlose Kreditkarte zuzulegen und so viel Geld zu sparen. Gebührenfreie Kreditkarten sind weder Zauberei noch schwer zu bekommen: Es ist nicht einmal ein Wechsel der Hausbank erforderlich.

Der Markt für Produkte des Zahlungsverkehrs im gesamten deutschsprachigen Raum ist von einem intensiven Wettbewerb zwischen den Banken gekennzeichnet. Da die Kreditkarten von Visa und Mastercard nicht von den Kartengesellschafte direkt, sondern ausschließlich über Kreditinstitute verkauft werden, finden sich bei diesen beiden Karten auch die günstigsten Angebote.

Eine kostenlose Kreditkarte kommt nicht nur ohne die sonst übliche Jahresgebühr aus, sonder verzichtet auch auf Spesen für den Bezug von Bargeld am Automaten und Entgelte beim Einsatz der Karte im Ausland. Derlei Angebote finden sich vor allem bei Direktbanken, die kein Filialnetz betreiben und so günstigere Konditionen für nicht beratungsintensive Produkte bieten können.

Dreifach kostenlos: Revolving Cards, Charge-Cards, Debit-Cards

Die meisten kostenfreien Kreditkarten auf dem deutschen Markt sind entweder als Revolving-Card, als Charge-Card oder als Debit-Card konzipiert. Revolving Cards sind mit einer optionalen Teilzahlungsfunktion ausgestattet. Karteninhaber können auf Wunsch die getätigten Umsätze in Raten zurückzahlen. Dafür fallen allerdings Zinsen an. Alle Revolving Cards können jedoch auch kostenfrei genutzt werden, wenn die Kreditoption nicht wahrgenommen und die monatliche Kartenrechnung in einer Summe beglichen wird. Revolving Cards werden sehr häufig ganz ohne Gebühren ausgestellt, weil Banken auf eine intensive Nutzung der Kreditfunktion hoffen. Die Karten werden über ein eigenständiges Konto geführt und erfordern so nicht die Unterhaltung eines Girokontos bei einer anderen Bank.
Charge-Cards sind der Klassiker unter den Kreditkartenmodellen: Der Karteninhaber erhält einmal monatlich ein Rechnung über die getätigten Umsätze und zahlt sie in einer Summe. Durch den verzögerten Zahlungstermin besteht ein zinsfreies Zahlungsziel, das je nach Abrechnungsmodus bis zu 45 Tage lang sein kann. Charge-Cards werden ebenfalls über ein separates Konto geführt und machen keinen Bankwechsel erforderlich.
Viele kostenlose Kreditkarten sind Debit-Cards. Diese sehen keine Sammlung der Umsätze und deren monatliche Abrechnung vor. Vielmehr werden Verfügungen sofort einem angeschlossenen Girokonto belastet. Dieses Girokonto befindet sich bei der Bank, bei der auch die Kreditkarte unterhalten wird und muss somit zwingend zusätzlich eröffnet werden. Dabei ist es jedoch keineswegs erforderlich, der Hausbank den Rücken zu kehren: Viele der Konten sind wie die Kreditkarte gebührenfrei und erfordern auch keinen regelmäßigen Gehaltseingang.

On Top: Bonusprogramme und Zusatzleistungen

Kostenfreie Kreditkarten stehen gebührenpflichtigen Angeboten in Nichts nach. Sie bieten mittlerweile auch Leistungen, die über die reine Zahlungsmittel-Funktion hinausgehen. Dazu gehören insbesondere Versicherungen und Bonusprogramme. Die typischen Versicherungen, die im Leistungsumfang von Kreditkarten enthalten sind, sind Reise- und Unfallversicherungen. Sie decken zwar in der Regel keinesfalls den tatsächlichen Versicherungsbedarf ab, können diesen aber sinnvoll ergänzen. Insbesondere Reisekostenrücktrittsversicherungen lohne sich häufig, weil diese ohne die Karte bei jeder Reisebuchung separat bezahlt werden müsste.

Auch Bonusprogramme können eine kostenfreie Kreditkarte aufwerten: Mit jedem Einkaufsumsatz werden dabei Punkte gesammelt, die gegen Sachprämien eingetauscht werden können. Bei diesen Prämien kann es sich um Freiflüge ebenso handeln wie um Haushaltswaren oder Gutscheine für Waren- und Versandhäuser.
Fazit: Es gibt keinen Grund, für eine Kreditkarte mit gewöhnlichem Leistungsumfang horrende Gebühren in Kauf zu nehmen. Wer diese noch immer zahlt, sollte schnellstens zu einem anderen Anbieter wechseln.