Essig

Eine der ältesten Speisewürzen der Welt und erst wieder so richtig zu Ehren gekommen, seit sein nobler Verwandter aus Italien, der Balsamessig, hierzulande seinen Siegeszug angetreten hat. Doch es braucht nicht viel, um auch aus einem ganz normalen Weißweinessig einen Gaumenkitzel erster Güte zu kreieren. Zum Beispiel der klein geschnittene Rest einer Sellerieknolle samt lattwerk:

Bitte mit Beeren!
Perfekte Partner für einen Obstessig vom Feinsten: reife Himbeeren. 500 g der süßen Früchtchen in 1 Liter Rotweinessig zugedeckt an einem kühlen Ort 3 Wochen stehen lassen, dann abseihen und in eine Flasche füllen. Dieser Essig gibt sein Bestes in Salaten sowie Marinaden für Wildbret und Schweinefleisch.
Spar-Tipp: Wer aus den Beeren vorher Sirup kocht, verwendet für den Essig nur den Rückstand. Selbst die Kerne haben eine Würzkraft ohnegleichen.
Wer gern Spargel mit Sauce hollandaise isst, toppt den säumig-pikanten Soßenklassiker mit einem selbst angesetzten Zitronen-Limetten-Essig: die Schale von je 1 unbehandelten Limette und Zitrone mit 600 ml aufgekochtem Weißweinessig übergießen, 3 Tage zugedeckt ziehen lassen, abseihen – und sich auf und über die Spargelsaison freuen.

Kräftig mit Nelken
Wenn öfter Deftiges auf den Tisch kommt, lohnt sich das Ansetzen eine Gewürzessigs: 200 g frische Kräuter wie Rosmarin und Thymian, einige Nelken, Pfeffer- und Pimentkörner sowie ein Lorbeerblatt und eine Knoblauchzehe mit 1 Liter Weinessig aufgießen. 3 Wochen ziehen lassen, durchsieben und in eine hübsche Flasche füllen. Besonders lecker zu Hülsenfrüchten.
Profi-Tipp: Aromatisierte Essigkreationen am besten innerhalb von 3 Monaten verbrauchen.

Öl

Sonnenblumen- und Rapsöl, Walnuss- und Olivenöl – klar, im Supermarkt gibt es bereits ein breit gefächertes Angebot an feinen Speiseölen. Wer aber Lust auf Raffinesse und etwas ganz Besonderes hat, der mixt einfach selbst drauflos, zum Beispiel Öle mit Ferien-Feeling.

Wie im Süden.
Fernweh-Stiller der besonderen Art: Lavendelöl. Wer eine Hand voll blauer Blüten und ½ TL Salz 2 Wochen in 1 Liter Sonnenblumenöl an einem dunklen Ort ziehen lassen, erhält ein ebenso duftendes wie schmackhaftes Elixier, das – über Obstsalat, Steak und gegrillten Fisch geträufelt – von Südfrankreich träumen lässt. Ebenfalls ein mediterraner Genuss für Nase und Gaumen: Knoblauchöl. Das grandiose Aromaöl aus der duften Knolle drückt Gemüse, Fleisch und Fisch den Ferienstempel auf: 25 pralle Knoblauchzehen geputzt in 900 ml erhitztem Olivenöl für eine halbe Stunde ziehen lassen. Das abgekühlte Öl ohne die Zehen in eine Flasche füllen und verkorken.
Pizza-Fans setzen Chiliöl an Italo-Delikate4sse ebenso wie für pfannengerührtes Gemüse. 1 grüne, 5 rote frische Chilis, teils in Ringe geschnitten, in 1 Olivenöl 14 Tage ziehen lassen.
Ja zur Mittelmeerwürze, aber etwas dezenter? Dann sind Kräuter genau das Richtige für das Urlaubsaroma: 200 g frisches Duftgrün – Thymian, Rosmarin oder Basilikum oder ein Mix aus allem – mit Pfefferkörnern und Salz in 1 l leicht erwärmtes Olivenöl geben. 2 Wochen stehen lassen.
Tipp für den Sofortgenuss: Kräuter nur grob schneiden, mit dem Pürierstab im Öl zerkleinern, Brot reintunken. Lecker.
Der Profi-Tipp: Die Flaschen mit dem Würzgrün sehen zwar schön aus. Wer aber sicher gehen möchte, dass sich im angebrochenen Öl kein Schimmel bildet, nimmt Stängel und Blätter heraus, nachdem das Öl ihr Aroma gezogen hat.